Zwangsgedanken und Zwänge als Phänomene: Sogenannte Zwänge sind i.d.R. Ausdrucksformen von Ordnungssystemen – und deshalb gut veränderbar

Zwangsgedanken, Zwangsstörung (anankastische Störung /obsessive-compulsive disorder), Zwangsantrieb, Zwangshandlung: Hilfswörter von Therapeuten, die keinen Zugang zu Klienten finden.

Wie Zwangsgedanken loswerden?

Wir arbeiten so: Wir lernen immer wieder neu – durch Nachfragen, wie es in der Welt der von Zwängen betroffenen Menschen aussieht. Welche Anliegen hinter den Phänomenen stehen. So können wir ihr Erleben ein Stück weit begreifen lernen und ihnen einen neuen Blick eröffnen. Auf diese Weise können wir mit und für Personen arbeiten, die sich Zwangsgedanken und Zwängen ausgeliefert sehen oder als zwanghaft (anankastisch) beschrieben werden.

Lesen Sie auf dieser Seite:

  • wie eine vermeintliche Zwangshandlung zur Depression und zur Therapie (auch Psychotherapie) führen kann
  • warum Angst vor Kontrollverlust eine Rolle spielt und innere Spannung zur Folge hat
  • wie es mit einer adäquaten Behandlung möglich werden kann, Menschen ihre Angst zu nehmen
  • wie hinter einer Erkrankung dank der entscheidenden Information aus einem Problem ein Beitrag zur Lösung auftauchen kann

Mit anderen Worten: Die Betroffenen lernen es, ihre Angst vor der Zwangsstörung als etwas Problemstabilisierendes zu entlarven – sich die Angst zu nehmen und – statt zu leiden – das Leben wieder zu genießen.

Zwangserkrankung behandeln – oder: eine Welt kennenlernen, in der es eine eigene Ordnung gibt

Hinter einem als Zwangssymptom oder Zwangserkrankung beschriebenen Symptom(komplex) liegt meistens eine eigene Welt mit einer eigenen, hochwirksamen Wirklichkeit. Wer keinen Zugang zu jener Welt hat, in der Zusammenhänge exklusiv definiert werden, bleibt draußen. Er kann Hilfesuchenden kaum helfen, die unter sogenannten anankastischen Störungen wie Zwangsantrieb oder -handlungen und infolgedessen womöglich unter einer Depression leiden. Mit anderen Worten:

Wer den Zugang zur Welt vermeintlicher Zwänge findet, kann dazu beitragen, dass Patienten ihre Depression und ihre Angst verlieren – und wieder in ein erfreuliches Leben finden.

Inhaltsverzeichnis

Warum Angst vor Kontrollverlust innere Spannung auslösen kann

Es ist natürlich, dass wir die Übersicht haben wollen. Es ist gesund, die „Dinge im Blick und im Griff“ haben zu wollen

Mit dem Leben ist es ähnlich wie auf dem Fahrrad oder beim Autofahren. So lange wir die Übersicht und die Orientierung haben, ist es in Ordnung. Greift jedoch jemand in den Lenker oder ins Lenkrad oder verstellt uns während der Fahrt die Sicht, kommt Unruhe auf; Angst ist dann die nächste Stufe: Angst, die Kontrolle über die Fahrt zu verlieren.

Die Tatsache, dass jemand Angst entwickelt, wenn seine zentrale Themen nicht mehr in seiner Hand liegen, ist gesund.

Der Umstand, dass sich bei andauernder Angst eine innere Spannung (bereit zum Angriff oder zur Flucht) entwickelt, ist ebenfalls normal und gesund.

Leider ist der psychotherapeutische Umgang mit den oben beschriebenen Reaktionen und Wechselwirkungen in vielen Fällen kontraproduktiv. Vorschnell wird bei viel Angst und viel Anspannung von einer Störung gesprochen – ohne dabei die Zusammenhänge zu klären.

Weshalb Ordnungssysteme und nicht Zwänge?

Beschreibungen haben Auswirkungen. Je nachdem, wie jemand etwas benennt (z.B. ein Phänomen) wirkt es z.B.

  • bedrohlich oder
  • interessant sein
  • es kann Angst auslösen
  • schicksalhaft unveränderlich wirken oder
  • als Einladung zu Veränderungen.

Die Umschreibung „Ordnungssystem“ für das Zwangssymptom hat sich in unserer Praxis als bester Begriff erwiesen. Dieser Begriff erlaubt hilfreiche Assoziationen – und Verbindungen zu Situationen im Leben.

Besonders wichtig ist es, dass die Betroffenen ihre Angst gegen Zuversicht und das Erleben von Kompetenz eintauschen. Viele begeben sich auf die Suche nach einer Therapie, denken, ein Medikament könnte ihnen helfen. Dabei liegt ein ganz anderes Thema im Hintergrund.

Wer bekommt Zwangsgedanken?

Auf der Suche nach der Ursache wird in der Therapie (meistens: Psychotherapie) ein wichtiger Gedanke übersehen. Und so findet eine Behandlung statt, die sich überwiegend am Symptom orientiert.

Der folgende Gedanke kann einen entscheidenden Beitrag für Erfolg einer Behandlung leisten:

  • In manchen Situationen kann es sinnvoll, oft auch lebensnotwendig gewesen sein, ein eigenes, exklusives Ordnungssystem zu entwickeln.

Man braucht nicht lange nach einer möglichen Ursache im Detail zu suchen. Man muss nicht den Inhalt der Lebensgeschichte durcharbeiten. In der Therapie (hier: systemische Therapie) lässt sich meist rasch ein Beispiel dafür finden, wie in einer Lebensphase Anspannung aufgekommen war. Diese Anspannung kann heute als innere Unruhe immer dann wiederkommen, wenn eine Information auftaucht, die an den damaligen Auslöser erinnert.

Beispiel für eine vermeintliche Störung oder Erkrankung (zwanghaftes Verhalten / Zwangssymptom)

  • Erwachsene Frau mit der Diagnose Depression und generalisierte Angststörung
  • War als Kind immer wieder Situationen großer Unsicherheit oder Unberechenbarkeit ausgesetzt
  • Sehnsucht nach Sicherheit ist entsprechend hoch, Gefühl des Alleingelassenseins tritt häufig auf;
  • Auslöser für heutige innere Anspannung können Situationen sein, in denen das Thema Unsicherheit wieder aktuell wird, z. B. nach der Geburt eines Kindes oder beim Umzug in eine andere Stadt;
  • als „Selbsttherapie“ versucht die zweifache Mutter, sooft wie möglich das Gefühl der Unsicherheit zu vermeiden, indem sie eine Ersatzsicherheit herstellt: Wenn [ich möglichst oft Handlung X ausführe] / [Gedanken Y nicht denke] … dann [tritt Ereignis Z nicht ein]
  • Typischerweise ist anankastisches Verhalten meistens mit einer Wenn-Dann-Logik verbunden
  • Vorwiegend Zwangshandlungen und aggressive Impulse, oder der Drang, bestimmte Dinge zu berühren oder Rituale auszuführen, bestimmen den Alltag
  • Dies kann der Beginn dessen sein, was später unter der Bezeichnung Zwangsstörung in Verbindung auch mit einer Depression geführt wird – fälschlicherweise
  • Häufig folgen eine Behandlung und ein Medikament, ohne das man die Anspannung angeblich nicht lösen könne
  • Ein ungünstiger Verlauf der Geschichte in Richtung Depression ist denkbar bzw. wahrscheinlich
  • Es folgt in vielen Fällen eine Psychotherapie, in der Betroffene viel leiden und sich Vorwürfe machen, weil sie meinen, keinen ausreichenden Beitrag zu der Behandlung zu leisten

Zwänge, zwanghafte Gedanken und Zwangshandlungen: Diese Begriffe sagen v. a. etwas über Therapeuten aus

In der Arbeit mit Menschen, die z. B. als neurotisch zwanghaft oder anankastisch definiert wurden, kommen die meisten Therapeuten an ihre Grenzen:

  • weil es keine Vorteile bringen kann, gegen ein unwillkürliches Muster anzukämpfen.
  • Beim Kampf gegen ein Muster gewinnt immer das Muster; der Alltag ist (so beschreibt es der Patient) bestimmt von den Gedanken über die Ursache „seiner Zwangsstörung“
  • Das wiederum ist – natürlicherweise – mit Angst verbunden: mit der Angst, für immer unterlegen und hilflos zu sein
  • Das Gefühl, von Gedanken bestimmt zu werden und zu einer Handlung mit unerwünschtem Inhalt oder zu aggressiven Zwangsgedanken wie ausgeliefert zu sein – das kann einem tatsächlich die Alltagsfreude nehmen
  • Auch in der Psychiatrie kann man den von einer Zwangsstörung Betroffenen, die sich spätestens hier wie Kranke fühlen, nicht die Therapie bieten, mit der jedes Symptom verschwindet
  • In der Psychiatrie wird die Zwangsstörung zusammen mit anderen Erkrankungen wie Depression oder Angststörung für viele Kranke verwendet
  • Deshalb hat man sich auf das Wort „Zwänge“ verständigt, weil dieser Kreislauf aus Angst und Depression wirklich wie höhere Gewalt aussieht. Aber eben nur auf den ersten Blick.
  • Wenn scheinbar alle dem Zwangssymptom ausgeliefert sind, ist es das scheinbar schlüssige Konzept in der Welt, man könne nichts machen, ein Medikament oder eine Psychotherapie müsse als Lösung her.
  • Bei etwas genauerer Betrachtung wird sichtbar: ein Irrtum. Ein Irrtum, dessen Ursache sich erfolgreich bearbeiten lässt.
  • Eine Erkrankung genaugenommen dann vor, wenn etwas mit diagnostischem Krankheitswert vorliegt

Zwanglos arbeiten wir mit unseren Klienten

Im Supervisionszentrum Frankfurt hören Klienten keinen einzigen Begriff, der die Nomenklatur des Anankastischen zitiert: Bei näherer Betrachtung erweist es sich meistens als falsch, von einer Krankheit zu sprechen. Das gilt auch dann, wenn bei oberflächlicher Betrachtung der Eindruck entsteht, es würde eine psychische Störung vorliegen. Das Ergebnis von zwei, vielleicht drei Sitzungen ist in der Regel: „Eben fühlte ich mich noch wie ein Patient und hatte große Angst, bestimmte Dinge tun zu müssen. Jetzt bin ich dazu in der Lage, meinen unangenehmen Gedanken beim Verschwinden zuzusehen.

Wir sprechen über Ordnungssysteme und Regeln, die in diesen Systemen gelten, nicht von Zwangsgedanken oder Zwängen

Wir gehen mit unseren Klienten in die Welt, in der das vordergründig Zwanghafte eine hohe Funktionalität entfaltet:

  • Da wir innerhalb der Ordnungssysteme der Klienten arbeiten, können wir sie zu Ergänzungen und Veränderungen an den Systemen einladen.
  • Dies wiederum hat sofort Auswirkungen auf das, was bislang als Zwang definiert worden war.
  • Die Idee vom Zwang wird durch das Konzept des Ordnungssystems ersetzt
  • Statt Schicksal heißt es jetzt: Funktionalität. Das heißt:
  • Bei Handlungen, die Ergebnisse zum Ziel haben sollen, können alternative Handlungen mit ähnlichem oder identischem Ziel etabliert werden

Zu Zwangsgedanken, Zwängen und sog. Zwangsstörungen finden viele Therapeuten keinen Zugang

Wikipedia stellt fest, eine Zwangshandlung wäre eine Handlung, die sich im Rahmen einer Zwangsstörung unwillkürlich und gegen den Willen des Betroffenen ständig aufdrängt.

Diese Beschreibung erscheint jedoch nur so lange als plausibel, so lange man Menschen von außen über ihre Köpfe hinweg zu definieren versucht. Denn:

  • So lange jemand Anstrengungen unternimmt hat, gegen einen Impuls anzukämpfen, verliert er gegen den Impuls.
  • Das ist ein natürlicher Vorgang. Versuchen Sie einmal, Ihren Kniereflex mit Kraftanstrengung zu unterdrücken.

Die Definitionen der Fachliteratur bestätigen zentrale Fehler im Umgang mit Zwängen

Das Lexion „Medizin, Zahnheilkunde, Grenzgebiete“ Zetkin/Schaldach, 7. Auflage, erschienen bei Thieme, schreibt zu Zwangsneurose:

  • „Neurose mit einem anankastischen Syndrom (Zwangsgedanken, Zwangsantrieb, oder Zwangshandlung meist als Ordnungs- oder Kontrollhandlung).“  Und weiter:
  • „Zwänge können (laut Def. bei Thieme) willentlich kaum beeinflusst werden, obwohl der Betroffene ihre Unsinnigkeit erkennt.“

Im Psychrembel (258. Aufl.) gibt es eine ganze Reihe von Beschreibungen, in denen sich dieselbe Haltung gegenüber den als Zwang beschriebenen Phänomenen zeigt.

Die Lehre von der vermeintlichen Unsinnigkeit führt erst in den Zwang

Stets ist die Rede von Unsinnigkeit und von den Versuchen, gegen die Phänomene anzukämpfen. Jedoch – wenn etwas längst als wirkungslos erkannt wurde, warum versucht man es in der Therapie dann weiterhin?

  • Pschyrembel: „Zwangsgedanken: zwanghaft sich aufdrängende Gedanken oder Impulse, die fast immer als quälend und sinnlos erlebt werden, aber nicht unterdrückt werden können; als Folge kann es zur Einengung des Denkens auf bestimmte Inhalte oder zu zwanghaften Befürchtungen kommen.“
  • Man sieht auch hier an der fachlichen Definition, dass die Idee von Krankheit aus der Welt der Behandler kommt, weil dort (noch) kein anderes Konzept vorgesehen ist.

Mit sog. Zwängen oder Zwangsstörungen ist keine Unsinnigkeit verbunden, sondern eine hohe Funktionalität

Stellen wir uns einen Patienten mit der Diagnose F42.- Zwangsstörung vor. Die Person geht davon aus, ihr inneres Drängen nach Gedanken und Handlungen wäre angeblich unsinnig oder käme von einer Störung.

Wie wirkt sich das Reden über Störungen aus?

  • Die Lehre von der Störung trägt zur Chronifizierung eines ungünstigen Kreislaufes bei: „Da ich nicht gegen das unsinnige XY ankomme, liegt bei mir laut Arzt eine Störung vor, und die kann man nur schwer oder gar nicht behandeln.“
  • Spätestens ab hier beginnen Menschen, sich krank zu fühlen, obwohl lediglich ein Ordnungssystem in Verbindung mit den sogenannten Zwängen steht. Bei oberflächlicher Beobachtung mag es als unsinnig erscheinen, z. B. eine Schublade zwanzigmal hintereinander zu öffnen und zu schließen, um damit ein Unglück abzuwenden. Jetzt der Unterschied:

Wozu dienen Zwangsgedanken? Den Sinn außerordentlicher Ordnungen erkennen

Sieht man genauer hin und begreift die Welt, in der solche Handlungen stattfinden, trifft man häufig Ähnliches in der Biographie der Klienten. Sichtbar wird der Verlust bzw. das Fehlen von existentieller Ordnung bzw. eine starke Einschränkung von Einflussmöglichkeiten.

Werden Handlungen ausgeführt, die eine Pseudo-Kausalität mit sich bringen, kann dies wie ein Substitut für die eigentlich ersehnte Ordnung im Leben wirken – freilich zu einem hohen Preis (Leidensdruck).

In der Welt von Personen, die als zwangsgestört definiert werden, herrscht eine strenge Logik, eine Ordnung von hoher Exklusivität, ein System, das gegen Einflüsse von außen immun zu sein scheint.

Deshalb ist es so gut wie unmöglich, als zwanghaft erlebtes Denken und Verhalten mit Kraft-Interventionen (Konfrontationstraining) zu steuern.

Zwänge, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen

Sogenannte Zwänge entstehen durch Versuche, Unwillkürliches zu unterdrücken – statt es zu nutzen.

  • Es liegt in der Natur des Menschen, dass eine imponierende Vorstellung von einer Handlung um so imponierender / bedrohlicher / mächtiger wirkt, je mehr man versucht, gegen die Vorstellung anzukämpfen.
  • Daher ist das sogenannte Zwanghafte ein Zustand, der aus sich selbst heraus eskaliert und sich in der Eskalation selbst erhält: jedoch nur so lange, wie versucht wird, gegen etwas in sich anzukämpfen.
  • Sobald dies aufgegeben worden ist, kann Entlastung spürbar werden.

Warum immer noch von Zwängen und Zwangsstörungen die Rede ist

Vielfältige Gründe für wenig Flexibilität in Psychiatrie und Psychotherapie

Warum spricht man immer noch über zu bekämpfende Zwänge und Zwangsstörungen statt über „Wege, Ordnungen und Handlungsmuster“? Handlungsmuster können mit wertschätzender und achtungsvoller Weise durch kleine Variable verändert werden können.

  • Einer kleinen, ambulanten Lösung für Zwänge steht das schwere Störungskonzept entgegen.
  • Eine schwere Störung kann sich aus Sicht der Behandler nicht so nebenbei günstig beeinflussen lassen.
  • Wer sich z.B. als Nervenarzt auf die medikamentöse Bekämpfung von Zwängen spezialisiert hat, wird kaum über Nacht sein eigenes Konzept in Frage stellen.
  • Dann sind da die ökonomischen Interessen, Antidepressiva zu verkaufen. Selbst die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen führt unter Kognitive Verhaltenstherapie „Konfrontationen mit den Phänomenen“ auf, definiert Angst und Unruhe als Probleme (und nicht als Hinweise auf Anliegen).

Wer die moderne Hirnforschung berücksichtigt, verwendet den Begriff Zwänge differenzierter

Die moderne Hirnforschung und bildgebende Verfahren zeigen, was die sogenannte Hebb’sche Regel besagt: Zellen, die miteinander feuern, vernetzen sich. Vernetzte Zellen feuern miteinander.

Eine Aufgabenteilung mit entgegengesetzten Zielen

Vereinfacht können Sie es sich so vorstellen:

  • In einer Abteilung des Gehirns arbeitet ein unwillkürlich arbeitendes Ordnungssystem mit einer hohen Funktionalität (Herstellung von Ordnung)
  • Gleichzeitig wird in einer anderen Abteilung des Gehirns dieses Ordnungssystem als Störung oder Krankheit abgewertet
  • Das Ergebnis ist: leidvolles Erleben.

Dann feuern Zellen, die sich mit der Funktion von Ordnung verbunden haben, mit bzw. gegen Zellen in Netzwerken, die diese Ordnung kontrollieren oder entfernen sollen (weil es z. B. ein Therapeut gesagt hat). Es entsteht ein hoher Stress, und unter Stress lernt man nicht besonders gut. Also:

Abschied von der Krankheitsidee

Der Abschied vom Zwang, von der Krankheitsidee ist der erste Schritt, um Menschen mit sogenannten Zwangsstörungen eine Entlastung zu geben.

Eine der zentralen Gedanken hier:

„Es kann gewichtige Gründe in Ihrem Leben gegeben haben, eine Ersatzordnung herzustellen, in die Ihnen niemand hineinreden kann.

Sie brauchen ab jetzt nicht mehr gegen Ihre bis heute von alleine laufende Ordnung anzukämpfen.

Sie können sich nach und nach mit einem neuen, hilfreichen Gedanken vertraut machen

Da Sie bisher schon in der Lage waren (bzw. Ihr Gehirn), eine starke Ordnung zu etablieren, können Sie mit denselben Fähigkeiten eine Ergänzung dieser Ordnung geschehen lassen.“

In diesem Moment breitet sich eine sichtbare Entspannung in den Klienten aus. Sobald der Kampf gegen die Phänomene aufhört, kann das Modellieren an den Phänomenen beginnen. Hier werden die kreativen Fähigkeiten wach, hier werden die Personen endlich zu ihren eigenen Verbündeten.

Kognitive Therapie – wo der Denkfehler liegt

Vor allem Menschen mit aggressiven Zwangsimpulsen, beschreiben eine starke Angst davor, ihre Gedanken in die Tat umzusetzen. Natürlich will niemand unfreiwillig innere Anspannung und aufdringliche Gedanken erleben. Wenn dann professionelle Hilfe gesucht wird, erscheint zum Beispiel die medikamentöse Therapie oder die Kognitive Therapie und als Unterform die Kognitive Verhaltenstherapie.

Grundsatzfehler, die sich durch verhaltenstherapeutische Anstrengungen ziehen

Kein Patient benötigt etwa eine Unterweisung darin, dass sein Verhalten oder seine negativen Gedanken in den Abläufen des täglichen Lebens und der Arbeit hinderlich sind.

Die negativen Gedanken braucht man nicht mit dem Ziel eines Erkenntnisgewinns („Sehen Sie, wie …“)  zu bearbeiten – der Patient hat längst erkannt, dass seine Gedanken ihm nichts Gutes bringen.

Ambulante Therapie bzw. Neubewertung im Supervisionszentrum: Patient kommt – Kompetenter geht

Unser Ziel in der ambulanten Therapie und Beratung: Wer als Patient ins Supervisionszentrum kommt, soll das Haus in der Schweizer Straße 5 so verlassen.

  • mit Zugang zu seinen Kompetenzen
  • mit neuen Gedanken über seine bisherigen Gedanken
  • mit der Zuversicht, im Alltag auf gleiche Weise wie in der Sitzung klarzukommen, seine Impulse und Gedanken so zu bearbeiten, wie es sinnvoll ist: aufmerksam, wertschätzend und frei von Angst